Reefer oder Containerliner? So rechnen Sie die Kosten durch
Kurze Antwort: Wählen Sie einen Reefer, wenn Ihre Ladung in einem festgelegten Temperaturfenster bleiben muss und Sie das nachweisen müssen. Wählen Sie einen Dry Container mit Containerliner, wenn Ihre Ladung vor allem gegen Spitzen geschützt werden soll — Hitze, Frost und Kondenswasser — ohne dass eine garantierte Temperatur dazugehört.
Woher der Kostenunterschied kommt
Ein Reefer ist nicht einfach ein teurerer Container. Es sind vier eigenständige Kostenpositionen, die bei einem Dry Container wegfallen:
- Höhere Seefrachtrate. Reefer-Slots sind knapper und werden separat bepreist.
- Strom an Bord und im Terminal. Plug-in-Kosten laufen weiter, solange der Container irgendwo steht — auch bei Verzögerungen.
- Genset im Vor- und Nachlauf. Auf der Straße braucht der Container ein Aggregat.
- Verfügbarkeit. Auf manchen Routen und in Spitzenzeiten sind schlicht keine Reefer frei, was Wartezeit oder eine teurere Buchung kostet.
Dem steht beim Liner ein einmaliger Anschaffungsbetrag pro Container gegenüber, plus eine halbe Stunde Arbeit beim Beladen. Kein Zuschlag, kein Strom, kein Aggregat.
Was Sie dafür aufgeben
Ehrlich bleiben: Ein Liner kühlt nicht. Er verzögert die Temperaturänderung und dämpft die Spitzen, aber er regelt nichts nach und zeichnet nichts auf. Das bedeutet:
- Kein garantiertes Temperaturfenster und kein Sollwert.
- Keine Aufzeichnung aus dem Container selbst — wollen Sie messen, hängen Sie einen Datenlogger hinein.
- Keine Option für Ladung, die bereits gekühlt in den Container geht und gekühlt bleiben muss.
Die Abwägung in einer Tabelle
| Situation | Wahl |
|---|---|
| Pharma unter GDP, 2–8 °C nachweisbar | Reefer |
| Tiefkühlware oder Frischware, die gekühlt bleiben muss | Reefer |
| Wein, Schokolade, Kosmetik, Elektronik | Dry Container + Liner |
| Kaffee, Kakao, Reis, Holz — vor allem Feuchtigkeitsrisiko | Dry Container + Liner + Trockenbeutel |
| Ladung, die auf Winterrouten nicht gefrieren darf | Dry Container + Liner |
| Kunde oder Versicherer verlangt Temperaturnachweis | Reefer |
So rechnen Sie es selbst durch
Fragen Sie Ihren Spediteur für Ihre Route zwei Dinge ab: die Differenz der Seefrachtrate zwischen Reefer und Dry sowie die Plug-in- und Gensetkosten. Stellen Sie dem den Anschaffungspreis des Liners gegenüber, geteilt durch die Anzahl der Wiederverwendungen. Kommt der Liner zurück, fällt diese Rechnung günstig aus; bleibt er beim Empfänger, kalkulieren Sie mit einer Reise.
Wiegt die Differenz das Risiko einer abgelehnten Partie nicht auf, nehmen Sie den Reefer. Bei Ladung ohne hartes Temperaturfenster fällt die Rechnung in der Praxis fast immer andersherum aus.
Grenzfall: teilweise temperaturempfindlich
Manche Partien liegen dazwischen — ein Container mit teils empfindlicher, teils unempfindlicher Ladung. Ein Reefer für den ganzen Container ist dann überdimensioniert. Erwägen Sie, die empfindlichen Paletten innerhalb eines Dry Containers mit Liner zusätzlich mit Thermohauben zu schützen.
Jetzt bestellen
Sehen Sie sich die Containerliner für 20DV, 40DV, 40HC und 45HC an, mit den Größen je Containertyp, sowie die passenden Trockenbeutel.