Kühlbeutel oder Trockeneis: Was brauchen Sie?
Wann brauchen Sie Trockeneis und wann genügt ein normaler Kühlbeutel? Die Wahl hängt nicht davon ab, wie kalt Sie es haben wollen, sondern welchen Temperaturbereich Ihr Produkt verlangt — und welche Vorschriften für Ihren Transportweg gelten.
Der Temperaturbereich entscheidet
Kühlbeutel auf Gelbasis halten ein Fenster von 2 bis 8 °C. Das deckt nahezu alle frischen Lebensmittel, Standardmedikamente, Mahlzeitenboxen, Fisch, Fleisch und Molkereiprodukte ab. Tiefgekühlter Versand funktioniert ebenfalls, sofern Sie die Beutel vorher bei −18 °C durchfrieren und ausreichend dämmen.
Trockeneis ist gefrorenes Kohlendioxid mit rund −78 °C. Das brauchen Sie nur, wenn Ware über längere Strecken oder Transitzeiten tiefgefroren bleiben muss — etwa Speiseeis, bestimmte Impfstoffe oder biologisches Material.
Trockeneis ist Gefahrgut
Dieser Punkt wird am häufigsten unterschätzt. Trockeneis fällt unter die Gefahrgutvorschriften. Es sublimiert zu CO2-Gas, das in geschlossenen Räumen erstickend wirkt und bei Einschluss Überdruck erzeugt. Für Luftfracht gelten eigene Vorschriften, Kennzeichnungen und Mengengrenzen, und viele Paketdienste nehmen Trockeneis gar nicht oder nur vertraglich an.
Für Kühlbeutel gilt nichts davon. Sie dürfen ohne Zusatzauflagen in jedem Paket- und Frachtkanal mitreisen.
Kosten und Verfügbarkeit
Trockeneis müssen Sie je Sendung beschaffen, und es sublimiert während der Lagerung — Vorrat halten geht nicht. Kühlbeutel liegen in Ihrer Truhe und sind pro Stück deutlich günstiger.
Die praktische Wahl
Versenden Sie gekühlt zwischen 2 und 8 °C, ist der Kühlbeutel die richtige und günstigste Lösung. Versenden Sie tiefgekühlt innerhalb von 24 bis 48 Stunden, kommen Sie mit genügend durchgefrorenen Beuteln und einer dickwandigen Box meist ebenfalls aus. Erst bei längeren Tiefkühlstrecken oder Luftfracht wird Trockeneis unvermeidlich — dann müssen Sie die zugehörigen Vorschriften einrichten.